Artenschutz Fario

Weiterer Erfolg beim Artenschutz in Brandenburg

Das vom Fliegenfischerverein Fario betriebene Bruthaus des Landesanglerverbandes Brandenburg in Silmersdorf (Prignitz) blickt auf seine erfolgreichste Erbrütungssaison zurück. Im zurückliegenden Jahr wurden über 18.500 halbjährige Bachforellen, Lachse und Meerforellen aufgezogen und in die Stepenitz sowie ihren Nebenflüssen ausgesetzt. Die diesjährige Erbrütungsbilanz – die erfolgreichste in der Vereinsgeschichte – markiert einen weiteren, wichtigen Meilenstein zur erfolgreichen Wiederansiedelung dieser bedrohten Arten in Brandenburg.

Ziel ist ein nachhaltiger Bestand

Seit 2013 werden in der Silmersdorfer Anlage die Nachkommen der aus dem Atlantik zurückkehrenden Fische erbrütetet und zu halbjährigen Fischen aufgezogen. Diese Arbeit ist für das im Jahr 1999 gestartete Wiederansiedelungsprojekt sehr wichtig, da die natürlichen Verlustraten ausgeglichen und die auf geringem Niveau stattfindende natürliche Reproduktion unterstützt wird. „Ziel ist ein nachhaltiger, d.h. sich selbst reproduzierender Bestand, doch das braucht mindestens noch 20 Jahre unsere Unterstützung“ bringt Mirko Beutling, der Bruthauswart die Ambitionen auf dem Punkt.

Dabei unterstützte der Verein dieses Jahr auch zwei andere Projekte mit jeweils 10.000 Brutfischen bzw. schlupfreifen Eiern, sowohl in Sachsen-Anhalt als auch den Niederlanden – die Bedrohung dieser beiden Wandersalmoniden kennt schließlich keine nationalen Grenzen. Die restliche Brut wurde von Herrn Beutling in vielen ehrenamtlichen Stunden zu halbjährigen Fischchen herangezogen und nun wie jeden Herbst in die Freiheit entlassen. Jetzt ist es an den 9.555 Lachsen und 5.555 Meerforellen den Weg über die Elbe, die Nordsee bis in den Atlantik zu finden, um dann hoffentlich zahlreich nach ein bis drei Jahren Meeresaufenthalt als ausgewachsene Fische in die Stepenitz zurückzukehren und so den Kreislauf zu schließen. Um die Rückkehr der erwachsenen Fische zum Fluss ihrer Kindheit und einen natürlichen Bruterfolg zu ermöglichen, sind auch Renaturierungs- und Umweltschutzmaßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität und Durchgängigkeit der Flüsse nötig.

Unterstützung auch für die Bachforelle

Zusätzlich unterstützt Fario den unter Druck geratenen Bestand an Bachforellen in Stepenitz und Dosse. Denn die autochthonen – d.h. ursprünglichen – Bachforellenpopulationen benötigen aufgrund vieler negativer Einflüsse ebenfalls unsere Unterstützung. Um den nachhaltigen Bestand zu unterstützen, zog der Verein 3.143 Bachforellen zu halbjährigen Jungfischen heran, um diese dann in die Freiheit entlassen. Diese Erfolge sind nur mit Hilfe umfangreicher ehrenamtlicher Arbeit sowie finanzieller Beiträge von Mitgliedern, Spendern und Förderern möglich, wie z.B. der Förderung aus Mitteln der Fischereiabgabe des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) sowie der Unterstützung des Landesanglerverbandes Brandenburg.

Der Verein bedankt sich auf diesem Wege bei allen Unterstützern, die diese Artenschutzbemühungen der letzten Jahre ermöglicht haben. Gleichzeitig laden wir alle Interessierten ein mitzumachen, entweder bei einem unserer zahlreichen Arbeitseinsätze oder auch durch eine Spende. Denn wir versprechen, dass wir uns auf diesen Erfolgen so lange nicht ausruhen werden, bis Lachse, Meer- und Bachforellen einen gesunden, sich selbst reproduzierenden Bestand in Brandenburg aufweisen. Mehr über die Arbeit des Vereins findet Ihr auf der dazugehörigen Homepage.

© Fotos: „Fario“/Privat

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