Am 24. März 2026 wird der Landesanglerverband Brandenburg e.V. (LAVB) 805 Kilogramm Glasaale in Gewässer einsetzen, die vom LAVB bewirtschaftet werden. Die kleinen Aale haben eine lange Reise über den Atlantik hinter sich und wiegen zwischen 0,3 und 0,4 Gramm. Der Besatz dient der Weiterführung des Pilotprojektes „Erhöhung des Laichbestandes des Europäischen Aals im Einzugsgebiet der Elbe im Land Brandenburg“ und wird aus Mitteln der Fischereiabgabe des Landes Brandenburg mitfinanziert.
Es handelt sich um das größte Artenschutzprojekt Brandenburgs. Ziel ist es, den Europäischen Aal (Anguilla anguilla) in den Gewässern des Landes zu erhalten. Erwerbs- und Angelfischer arbeiten dabei Hand in Hand. Jedes Jahr setzen Angler und Berufsfischer im gesamten Land mehrere Millionen Glasaale zur Stützung der Aalbestände in geeignete Gewässer ein.
Als Glasaal bezeichnet man das Jugendstadium des Aals (Anguillidae), das auf das Weidenblattlarven-Stadium folgt. In dieser Phase ist der Aal noch durchscheinend – daher auch die Bezeichnung „Glasaal“. Querverbauungen erschweren den Tieren den Aufstieg in die Flüsse. Auch fischfressende Vögel stellen eine Gefahr dar. An erster Stelle ist hier der Kormoran (Phalacrocorax carbo) zu nennen. Die Population des Kormorans in Europa ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen und wird im Kontext der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie der Europäischen Binnenfischerei- und Aquakultur-Beratungskommission (EIFAAC) auf über zwei Millionen Vögel geschätzt.
Vor allem Anglerverbände und Vereine in Deutschland setzen sich gemeinsam mit Berufsfischern durch ehrenamtliche Arbeit und private finanzielle Mittel für den Schutz, den Erhalt und die Förderung der Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) ein. Der Aalbesatz ist eine zentrale Maßnahme der EU-Aalverordnung (EG) Nr. 1100/2007. Deren Evaluierung hat gezeigt, dass die Fortführung des Aalbesatzes als wichtige Maßnahme zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals angesehen wird.
Hintergrund
Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) pflanzt sich im Atlantik, in der sogenannten Sargassosee vor Mittelamerika, fort. Anschließend überquert er den Atlantik in Richtung der europäischen Küsten und lebt als sogenannter „Gelbaal“ in den Flusssystemen Europas. Zur Fortpflanzung begibt er sich später als Blankaal erneut auf die Reise zurück in sein Laichgebiet. Die jungen Aale, die im Frühjahr an den Atlantikküsten ankommen, sind durchsichtig – daher ihr Name – und zu diesem Zeitpunkt bereits etwa zwei Jahre unterwegs.
Pressemitteilung des Landesanglerverbandes Brandenburg e.V. vom 19. März 2026
Foto: Marcel Weichenhan / LAVB





