Lokale Fischsterben nach harten Wintern ein natürlicher Vorgang

Fischsterben nach hartem Winter normal - aber bitte melden!

Aktuell kommt es auf den Gewässern – insbesondere auf Kleinstgewässern – in Brandenburg immer wieder zu Funden verendeter Fische. Nach strengen Wintern wie diesem, die von einer langanhaltenden und geschlossenen Eisdecke geprägt sind, handelt es sich bei einem solchen lokalen Fischsterben jedoch um einen natürlichen Vorgang. Dieser stellt in keiner Weise eine Gefährdung für die langfristige Entwicklung der Fischbestände in den betroffenen Gewässern dar.

Wenn Seen über einen längeren Zeitraum von einer dicken Eisschicht bedeckt sind, wird der lebenswichtige Austausch von Sauerstoff zwischen Wasser und Atmosphäre erheblich eingeschränkt. Liegt zusätzlich eine geschlossene Schneedecke auf dem Eis, wird das Sonnenlicht weitgehend abgeschirmt. Dadurch können Wasserpflanzen und Algen kaum noch Photosynthese betreiben und entsprechend nur noch geringe Mengen Sauerstoff produzieren. Gleichzeitig verbrauchen Fische, Mikroorganismen sowie die Zersetzung organischer Substanz am Gewässergrund weiterhin Sauerstoff. In der Folge sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser zunehmend ab. Besonders empfindliche, geschwächte oder ältere Fische überstehen diese Stresssituation oftmals nicht.

Betroffen sind vor allem flache, nährstoffreiche Gewässer, in denen sich große Mengen organischen Materials am Boden angesammelt haben. Dort ist der Sauerstoffverbrauch während der Wintermonate besonders hoch. In tieferen Seen mit größerem Wasservolumen und stabileren Sauerstoffreserven ist das Risiko eines winterlichen Fischsterbens in der Regel deutlich geringer. Ein solches Ereignis ist Teil der natürlichen Dynamik eines Gewässers. Die Fischbestände erholen sich meist relativ schnell, da sich durch den verringerten Bestand die Konkurrenz um Nahrung reduziert und sich insbesondere Jungfische unter verbesserten Bedingungen entwickeln können.

Wir bitten um Meldung

Sollte auf Gewässern des Landesanglerverband Brandenburg e.V. ein entsprechendes Fischsterben beobachtet werden, bitten wir um eine zeitnahe Information an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gewässerwirtschaft, damit die Situation fachlich bewertet und gegebenenfalls weitere Maßnahmen abgestimmt werden können.

Kontakt: 033200/ 5239-0 oder per Mail an: info@lavb.de

Fotos: LAVB