Brandenburg ist Anglerland. Zwischen stillen Seen, verwunschenen Flussläufen und weiten Landschaften findet man nicht nur Ruhe, sondern auch ein Stück gelebte Naturverbundenheit. Wer hier ans Wasser geht, sucht nicht nur den Fangerfolg, sondern vor allem den Moment: das erste Licht am Morgen, das leise Ziehen der Strömung, das Gefühl, Teil einer intakten Umwelt zu sein. Angeln bedeutet in Brandenburg weit mehr als Freizeit – es ist Verantwortung und ein bewusstes Erleben der Natur.
Mit den warmen Temperaturen und den langen Tagen beginnt für viele Angler die wohl schönste Zeit des Jahres. Die aktuelle Ausgabe des „Märkischen Anglers“ widmet sich ausführlich dem Angeln im Sommer und zeigt, was diese Jahreszeit am Wasser so besonders macht. Ob frühe Morgenstunden am See, spannende Ansitze in den Abendstunden oder erfolgreiche Raubfischjagden – die Sommermonate bieten vielfältige Möglichkeiten für unvergessliche Erlebnisse in der Natur.
Eine besondere Faszination übt dabei das Nachtangeln aus. Wenn die Hitze des Tages nachlässt und Ruhe an den Gewässern einkehrt, beginnt die beste Zeit für die Jagd auf den Aal. Unser Redakteur Ralf Behnke berichtet von seinen Erfolgen, gibt praktische Tipps zur Köderwahl und erläutert, warum gerade laue Sommernächte ideale Bedingungen für den Fang der schlangenartigen Räuber bieten.
Lebendig und präsent
Ein sichtbares Zeichen für Verantwortung setzte in diesem Jahr der Glasaalbesatz in Potsdam, begleitet von Ministerin Hanka Mittelstädt. Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) gehört zu den faszinierendsten, aber auch bedrohten Fischarten unserer Gewässer. Sein Schutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und Brandenburgs Anglerinnen und Angler nehmen diese seit Jahren ernst. Der Besatz ist dabei mehr als eine symbolische Handlung: Er steht für nachhaltiges Engagement, für den Willen, natürliche Bestände zu stabilisieren und für kommende Generationen zu bewahren. Dass politische Vertreter diesen Weg begleiten, unterstreicht die Bedeutung, die dem Gewässerschutz heute zukommt.
Wie lebendig und präsent die Anglerschaft ist, zeigte sich auch auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa), beim vierten Anglerflohmarkt sowie bei den ersten „Brandenburger Jäger- und Anglertagen“. Hier wurde deutlich, wie groß das Interesse an Natur, Fischerei und nachhaltiger Nutzung unserer Ressourcen ist. Die Gespräche am Stand, die neugierigen Fragen von Kindern, das Staunen über heimische Fischarten – all das sind Momente, die verbinden. Die Anglerinnen und Angler in Brandenburg sind längst mehr als stille Beobachter am Wasser: Sie sind Botschafter ihrer Sache, Vermittler von Wissen und Wertebewahrer in einer sich wandelnden Zeit.
Meerforellen im Klassenzimmer
Ein erfolgreiches Umweltbildungsprojekt wurde abgeschlossen. Am 5. Mai 2026 setzten Schülerinnen und Schüler der Grundschule Geschwister Scholl in Perleberg erfolgreich junge, schwimmfähige Meerforellen in die Stepenitz aus. Das Aussetzen der Brütlinge war der Abschluss dieses besonderen Schulprojektes, welches der Landesanglerverband Brandenburg e.V. (LAVB) besonders mit unterstützt hat.
Das Besondere daran: Die nur 0,1 Gramm schweren Brütlinge wurden zuvor mehrere Wochen lang direkt an der Schule aufgezogen – im Rahmen des ehrenamtlichen Umweltbildungsprojekts „Meerforellen im Klassenzimmer“. Kurz nach dem Schlupf aus dem Ei zogen die Meerforellenbrütlinge in ein eigens eingerichtetes Mini-Bruthaus in der Schule um. Unter der Anleitung ihres äußerst engagierten Naturwissenschaftslehrers sowie mit Unterstützung des Bruthauses des Fario e.V. betreuten die Schülerinnen und Schüler die Tiere sorgfältig.
Weitere Themen
Weiterhin berichten wir über zahlreiche Aktivitäten in unseren Vereinen und stellen ein leckeres Fischgericht vor. Dabei werden wertvolle Anregungen für den verantwortungsvollen Umgang mit dem selbst gefangenen Fisch, von der Verarbeitung bis zur Zubereitung, gegeben. Auch der Castingsport kommt nicht zu kurz. Die dortigen sportliche Erfolge zeigen die Vielfalt des organisierten Angelns und die hohe Leistungsbereitschaft der Aktiven. Die Fangmeldungen aus ganz Brandenburg dokumentieren eindrucksvoll die Erfolge der Anglerinnen und Angler und bieten spannende Einblicke in das aktuelle Geschehen an den heimischen Gewässern.
Auch für 2027 wird wieder der „Fisch des Jahres“ gesucht und ab sofort kann abgestimmt werden. Es stehen drei Fischarten zur Wahl, welche vom Bundesamt für Naturschutz, der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. und dem Deutschen Angelfischerverband e.V. benannt wurden. Es handelt sich um die Karausche (Carassius carassius), den Nordseeschnäpel (Coregonus oxyrinchus) und das Flussneunauge (Lampetra fluviatilis). Der Titel „Fisch des Jahres“ soll auf die vielfach bestehenden, vom Menschen verursachten Beeinträchtigungen der Lebensräume heimischer Fischarten aufmerksam machen.
„Der Märkische Fischer“
Alles Wissenswerte aus der Fischereiforschung, von der Berufsfischerei und vom Forum Natur Brandenburg e.V. (FNB) erwartet Euch wie immer in unserer Beilage „Der Märkische Fischer“. Das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow (IfB) berichtet über das Fischforum Jägerhof 2026. Der Fischereireferent im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV), Heiko Harder, informiert zur Änderung des Fischereigesetzes. Die Geschäftsführerin des Forum Natur Brandenburg e.V., Dr. Sabine Buder, ruft dazu auf, sich an der Stresstest-Umfrage des FNB zu NATURA 2000 beteiligen und der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/ Berlin e.V., Lars Dettmann, diskutiert und analysiert die Novelle des Umweltstrafrechts sowie den Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans.
Das und noch viel mehr findet Ihr in der neuen Ausgabe des „Märkischen Anglers“ und des „Märkischen Fischers“, die in diesen Tagen ausgeliefert wird. In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen und Blättern!
Hier sind die bisherigen Ausgaben des „Märkischen Anglers“ seit 2008 online abrufbar.

Titelbild: Ralf Behnke





