Neue Ausgabe „Der Märkische Angler“

Neue Ausgabe "Der Märkische Angler"

Der Herbst gilt für viele Angler als eine der besten Jahreszeiten. Sinkende Temperaturen und Herbstwinde sorgen für eine Durchmischung der Gewässer und bringen sauerstoffreiches Wasser in tiefere Bereiche. Gleichzeitig bereiten sich die Fische auf den Winter vor und fressen besonders intensiv. Raubfische wie Hecht, Zander, Wels und Barsch folgen den Futterfischen, während sich auch Friedfische gezielt auf ihre Winterreserven vorbereiten.

Für Angler bedeutet das: Fische suchen, Köder anpassen und ruhiger angeln. Während Hecht, Zander und Barsch jetzt gute Fangchancen bieten, ziehen sich Welse zunehmend in tiefe Gewässerbereiche zurück. Beim Friedfischangeln sind gut gefundene Fressplätze entscheidend. Auch die Wahl des Futters verändert sich: Würzige, fischige und salzige Aromen sind im Herbst oft erfolgreicher als süße Mischungen. Wer die Veränderungen im Gewässer beobachtet und seine Angelstrategie entsprechend anpasst, kann im Herbst besondere Sternstunden am Wasser erleben.

Passend zum Herbstthema steht das Editorial dieser Ausgabe von Hauptgeschäftsführer Daniel Müller unter dem Titel „Alles fließt“. Der Gedanke beschreibt nicht nur die Bewegung des Wassers, sondern auch den ständigen Wandel, dem unsere Gewässer und ihre Bewohner unterliegen. Wasserstände, Temperaturen, Strömungen und Lebensbedingungen verändern sich laufend. Für Angler bedeutet das, aufmerksam zu bleiben und sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Gleichzeitig erinnert uns dieser Wandel daran, dass intakte Gewässer keine Selbstverständlichkeit sind und geschützt werden müssen.

Fischarten erhalten und Lebensräume schützen

Ein wichtiger Schwerpunkt der Ausgabe ist der Gewässer- und Fischartenschutz. Berichtet wird unter anderem über den Aal- und Maränenbesatz sowie über die langfristigen Bemühungen, gefährdete oder ehemals heimische Fischarten zu erhalten und wieder anzusiedeln. Gerade bei Arten mit besonderen Lebensraumansprüchen wird deutlich, wie eng Fischschutz und Gewässerschutz miteinander verbunden sind. Saubere, strukturreiche und durchgängige Gewässer sind die Grundlage dafür, dass sich Fischbestände langfristig entwickeln können. Mehr dazu ist besonders in dem Artikel zum Landesfischereitag in unserer Beilage „Der Märkische Fischer“ nachzulesen.

Im ausführlichen Gespräch mit Frank Plücken, dem Leiter des zuständigen Referats für Naturschutz, Jagd und Fischerei im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV), geht es um die Zukunft von Fischerei, Angeln und Fischartenschutz in Brandenburg. Thematisiert werden die Herausforderungen des Klimawandels, der Schutz heimischer Fischarten und die Zusammenarbeit zwischen Anglerschaft, Fischerei, Wissenschaft und Behörden. Dabei wird deutlich, dass nachhaltiger Fischartenschutz nur gemeinsam gelingen kann und dass die praktische Erfahrung der Menschen am Wasser einen wichtigen Beitrag dazu leistet.

Nachwuchs und Angeln für die Wissenschaft

Der Landesanglerverband und seine Vereine bieten Kindern und Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten, Natur und Angeln unmittelbar zu erleben. Beim Kinder- und Jugendtag sowie im Feriencamp stehen dabei nicht nur das eigentliche Angeln, sondern auch Fischkunde, Gewässerökologie und gemeinschaftliche Erlebnisse auf dem Programm. Gerade solche Erfahrungen sind wichtig, damit junge Menschen einen eigenen Zugang zur Natur entwickeln. Wer selbst einen Fisch in den Händen hält, ein Gewässer untersucht oder erlebt, wie Tiere und Pflanzen miteinander verbunden sind, entwickelt auch ein stärkeres Bewusstsein für deren Schutz. Die Nachwuchsarbeit ist damit ein wichtiger Bestandteil der Zukunft des organisierten Angelns in Brandenburg.

Auch in diesem Jahr rufen wir wieder zur aktiven Teilnahme an der Aktion „Angeln für die Wissenschaft an der Oder“ auf. Das Angeln findet am 31. Oktober und am 1. November 2026 statt. Die fachliche Auswertung erfolgt wieder durch das Institut für Binnenfischerei (IfB) e.V. Potsdam-Sacrow. Das IfB möchte in Zusammenarbeit mit euch die Bestandsentwicklung nach dem Fischsterben im Sommer 2022 bewerten. Bereits die ersten Oder-Angelaktionen im Herbst der drei letzten Jahre waren ein voller Erfolg. Das IfB hat eine Vielzahl von Fangmeldungen erhalten und ist nun gespannt, wie der Vergleich der Fänge zwischen den einzelnen Zeiträumen aussehen wird.

Weitere Themen

Wie vielfältig das Leben in den Vereinen ist, zeigen zahlreiche Vereinsberichte aus ganz Brandenburg. Veranstaltungen, Jubiläen, Kinderangeln und gemeinsame Aktivitäten machen deutlich, wie viel ehrenamtliches Engagement hinter dem organisierten Angeln steckt. Dabei geht es längst nicht nur um den Fangerfolg. Die Vereine sind Orte der Begegnung, des Erfahrungsaustausches und der Weitergabe von Wissen.

Auch der Castingsport hat wieder Grund zur Freude. Nach den Landesmeisterschaften konnten die Brandenburger Sportlerinnen und Sportler bei den Deutschen Meisterschaften zahlreiche Erfolge feiern. Die starke Bilanz zeigt die sportliche Vielfalt innerhalb des Landesanglerverbandes und das Engagement der Aktiven, die ihren Sport mit großem Einsatz betreiben.

Natürlich dürfen auch die Fangmeldungen nicht fehlen. Die gemeldeten Hechte, Zander, Karpfen, Schleien und Welse zeigen eindrucksvoll, welche kapitalen Fische in Brandenburgs Gewässern zu Hause sind. Sie erzählen zugleich von besonderen Momenten, langen Stunden am Wasser und der Freude, die das Angeln ausmacht.

„Der Märkische Fischer“

Alles Wissenswerte aus der Fischereiforschung, von der Berufsfischerei und vom Forum Natur Brandenburg e.V. (FNB) erwartet Euch wie immer in unserer Beilage „Der Märkische Fischer“. Wir berichten unter anderem über den Landesfischereitag, der politische Standortbestimmung mit aktueller Forschung verband. Die oberste Fischereibehörde im MLEUV informiert zur Änderung der Brandenburger Fischereiordnung und das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow über „Fische und wirbellose Wassertiere in der eisenbelasteten Spree und der von ihr durchflossenen Talsperre Spremberg“. Dr. Sabine Buder, Geschäftsführerin des FNB, stellt fest, dass der Umgang mit Wasser neu gedacht werden müsse und Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin e.V., ruft dazu auf, sich an der europaweiten Kormoranzählung am 17. Januar 2027 zu beteiligen.

Das und noch viel mehr findet Ihr in der neuen Ausgabe des „Märkischen Anglers“ und des „Märkischen Fischers“, die in diesen Tagen ausgeliefert wird. In diesem Sinne wünschen wir viel Freude beim Lesen, Entdecken und Blättern!

Hier sind die bisherigen Ausgaben des „Märkischen Anglers“ seit 2008 online abrufbar.

Titelbild: Marcel Weichenhan