Das Landesamt für Umwelt (LfU) setzt in Zusammenarbeit dem Landesanglerverband Brandenburg e.V. in der Schwarzen Elster eine Maßnahme zur Abfederung des Wassermangels um. Im Rahmen der Gewässerunterhaltung hat das LfU den Bau einer komplexen Stützschwelle unterhalb der Brücke Plessa (Ortrander Straße) im Landkreis Elbe-Elster fachlich vorbereitet und den Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz mit der Durchführung beauftragt.
Ziel ist es, den Wasserstand im Bereich der Hammergrabenmündung moderat anzuheben und damit die Lebensbedingungen für die Fische und die Wasserstände im angrenzenden Auenwald zu verbessern. Die Maßnahme ist erforderlich, um den Wasserstandsverlusten entgegenzuwirken, die im Zuge der Beräumung von Eisenhydroxid-Schlamm in der Schwarzen Elster aufgetreten sind. Dies hatte im Vorjahr zu einer durchschnittlichen Absenkung der Sohle um 40 bis 50 Zentimeter zwischen Plessa und Kahla geführt und nachfolgend auch den Wasserspiegel in der Strecke gesenkt.
Im Frühjahr verständigten sich deshalb das Landesamt, der Landesanglerverband und die kreislichen Genehmigungsbehörden auf den Bau einer komplexen Sohlschwelle unterhalb der Straßenbrücke in Plessa. Der Gewässerverband Kleine Elster Pulsnitz wurde aus Landesmitteln für die Gewässerunterhaltung mit der Umsetzung beauftragt.
Für das Bauwerk werden über 200 Tonnen Wasserbausteine in Form einer Rampe in das Flussbett eingebracht und abschließend mit einer Kiesschicht abgedeckt. Diese Bauweise sichert neben der Wasserstandserhöhung auch eine wichtige Habitatfunktion für die Fische, denn die für die Schwarze Elster charakteristischen Fischarten wie Barbe, Rapfen und Flussneunaugen sind an kiesigen Gewässerboden gebunden. Durch das Bauwerk wird der Wasserstand oberhalb der Schwelle um bis zu 30 Zentimeter angehoben. Die Wasserstandsanhebung bewegt sich im Rahmen der vorher entnommenen Schlammmengen, so dass der Hochwasserschutz dadurch nicht beeinträchtigt wird. Die Bauausführung erfolgt im Auftrag des Landesamtes für Umwelt durch den Gewässerverband „Kleine Elster-Pulsnitz“, der über einen umfangreichen Erfahrungs-schatz beim Errichten solcher Wasserbauwerke verfügt und sich auch bei der Vorbereitung der Maßnahme intensiv eingebracht hat.
Die Initiative des Landesanglerverbandes hat wesentlich zur Projektentwicklung beigetragen. Neben einer finanziellen Beteiligung des Verbandes sind hier wichtige Aspekte bei der Planung und Umsetzung des Vorhabens eingebracht worden, um die bestmögliche Variante zur Aufwertung des Gewässers zu erreichen. Die harmonische und zielorientierte Zusammenarbeit der Behörden und Verbände hat es möglich gemacht, dieses Projekt innerhalb weniger Monate in die Umsetzung zu bringen und damit zumindest partiell die Niedrigwasserproblematik an der Schwarzen Elster zu entschärfen.
Pressemitteilung des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) vom 21. Juli 2026

Fotos: Mirko Lorenz / LAVB





