Glasaal-Besatz

Wieder gehen über 1,5 Millionen Aale ins Wasser

Es ist schon etwas Besonderes, wenn die kleinen Glasaale, die bereits eine Atlantiküberquerung hinter sich haben, schlussendlich in die Flüsse Brandenburgs entlassen werden.

Man kommt nicht umhin, diese Winzlinge zu bewundern, für die Mühen, die sie auf sich nehmen, um nach Europa zu kommen. Doch alleine kommen die Aale an der französischen Atlantik-Küste nicht mehr weiter.

Der Aal ist eine der faszinierendsten Fischarten der Welt.

Es ist nahezu grotesk, dass der eine Mensch dem Aal an der Stelle hilft, wo ihm ein anderer Mensch den Weg verbaut. Genau hier treten die Angler in Aktion und helfen dem Aal aus der Patsche. Gestern war das unter anderem an der Talsperre Spremberg der Fall.

Allein dort kamen unter großem Medieninteresse 131 Kilogramm – das entspricht etwa 500.000 Fischen – Glasaale ins Wasser. Insgesamt wurden im ganzen Land sogar dreimal so viele Jungaale ausgesetzt.

Unterschlupf

Besonders wichtig ist es, dass die Aale nach dem Aussetzen sofort einen Unterschlupf finden. Steinpackungen und Schilfgürtel eignen sich da als Verstecke besonders gut. Diese sind aber vom Ufer meist nur schlecht zu erreichen, deshalb unternahmen die Aale nach der langen LKW-Fahrt von Frankreich auch noch eine kleine Bootstour.

Endlich im kühlen Nass angekommen, schlängelten sich die kleinen Aale schnell in Sicherheit. Wir wollen hoffen, dass viele von ihnen groß werden und hoffentlich bald auch ungehindert abwandern können, um sich fortzupflanzen.

Vorsichtig werden die Aale mit dem Kescher besetzt.

Hintergrund

Wanderfische wie der Aal, aber auch Lachs, Meerforelle und Stör benötigen die Durchwanderbarkeit der Flüsse, um zu überleben. Wenn die Angler nicht nachhelfen würden, könnte man diese wunderschönen Fischarten kaum noch antreffen.  Seit den 1970er Jahren ist der Bestand des Aales in Europa um alarmierende 98 Prozent zurückgegangen.

Dies ist mit Besatz allein nicht aufzufangen. So ist es auch immer das Ziel, auf die Missstände aufmerksam zu machen, die zu diesem erschreckenden Rückgang der Aal-Population geführt haben. Bei aller Freude darüber, dass die Angler diesen Dienst an der Natur tun, sollten die Probleme, die dazu geführt haben, nicht vergessen werden.

Presseschau

Printartikel aus der MOZ , rrb24 und aus der Lausitzer Rundschau.

TV-Beitrag von Lausitz-TV

© Fotos: Marcel Weichenhan (LAVB)
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