Pressemitteilung Deutscher Angelfischerverband: „Ostseedorsch – Licht am Ende des Tunnels!?“

Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat am 29. Mai 2020 seine Fangempfehlungen für den westlichen und den östlichen Dorschbestand in der Ostsee, für das Jahr 2020 veröffentlicht. In seinem Bericht zeigt das Gremium auf, dass sich die leicht positive Entwicklung der Dorschpopulation im westlichen Ostseeraum fortgesetzt hat. Zum ersten Mal seit Jahren könnte der Bestand der laichfähigen Fische wieder über den nachhaltig zu bewirtschafteten Bestandswert (MSY) steigen. Noch liegt die Hoffnung für eine perspektivische Erholung auf dem sehr starken Nachwuchsjahrgang aus dem Jahr 2016, doch die Reproduktionszahlen aus 2019 setzen den positiven Trend der letzten drei Jahren fort– allerdings weiter auf einem sehr niedrigen Niveau.

Das schlägt der Rat (ICES) vor

Für den Dorsch in der westlichen Ostsee sieht der Rat im Rahmen des EU-Bewirtschaftungsplans eine Quote im Bereich von 2.960 bis 4.635 Tonnen für kommerzielle Fänge. In den letzten Jahren verzeichnete die Fortpflanzung mit Ausnahme der Jahresklasse 2016, ernüchternde Erfolge. Der abgewachsene Jahrgang von 2016 umfasste mittlerweile den mit Abstand größten Anteil an der Population des westlichen Dorschs. Dies weist darauf hin, dass die Population äußerst unausgeglichen ist. Für den Westdorsch ist eine Quotenerhöhung für die Berufsfischer von 21,8 Prozent aber durchaus möglich. Eine entsprechende Anhebung der Fangmöglichkeiten für die Angler wäre für die Wissenschaftler des Thünen-Instituts nur logisch und vertretbar. Unter Berücksichtigung der CoVid 19 Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen, hat der Rat (ICES) mit 1.315 Tonnen geringere Dorschfänge im Jahr 2020 für Angler prognostiziert. Für den Ostdorsch empfiehlt der ICES auch für das nächste Jahr wieder einen Fangstopp für die Dorschfischerei. Auf Grund der Corona-Pandemie erschienen die ICES Empfehlungen in diesem Jahr in verkürzter Fassung.

Bag-limit – Das ist der Beitrag der Angler

Seit 2016 gilt für das Angeln von Dorschen in der westlichen Ostsee das so genannte bag-limit (Tagesfangbegrenzung). Damit ist die Tagesfangmenge für alle Petrijünger auf eine bestimmte Fischentnahme begrenzt. 2020 liegt das Tagesfanglimit bei fünf Fischen pro Angler und Angeltag und zwei Fischen während der Laichzeit im Februar und März. Die Dorschentnahmemenge durch Angler wird in diesem Jahr mit etwa 1.315 Tonnen prognostiziert. Das entspricht etwa der Hälfte der Menge (2573 Tonnen) des Vorjahres. 2019 war es den Anglern noch möglich sieben Fischen zu fangen. Ein weiterer Beitrag zur Erholung, wenn auch ungeplant. Auch wenn sich die Auswirkungen der Fangbegrenzung für Angler derzeit leider (noch) nicht quantifizieren lassen oder sich gar widerspiegeln im Erfolg oder Misserfolg der Maßnahme, verstehen Angler sich als Teil der Aufbauhilfe für die Population des Dorsches in der Ostsee.

„Nicht abzustreiten ist, dass Anglerinnen und Angler ihren Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Die Anglerinnen und Angler verstehen, dass bei ausbleibendem Reproduktionserfolg ein gesonderter Fokus auf dem Ökosystem und den Laichdorschen liegen muss.“

(Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des DAFV)

Die komplette Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes, des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein sowie des Deutschen Meeresanglerverbandes ist hier abrufbar.

© Foto: Alexander Seggelke

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