Faltblatt Oder

Angeln und gleichzeitig die Natur entdecken

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des europäischen Natura-2000-Netzes am 21. Mai hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg für den Oderstrom im Landkreis Märkisch-Oderland ein Faltblatt zum Thema Angeln und Naturschutz herausgegeben. Kurze Texte und Fotos geschützter Arten und Lebensräume sowie eine große Karte informieren Angler*innen über die Natur und wichtige Verhaltensregeln.

Die Natur am Oderstrom ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Die Oder mit ihren Schilfgürteln, Sand- und Schlammbänken, Altarmen, Auwäldern und angrenzenden artenreichen Auenwiesen bietet Lebensraum für viele gefährdete Tiere und Pflanzen. Wenn die Temperaturen steigen, zieht es Menschen aus nah und fern an die Oder. In der Vergangenheit gab es jedoch immer wieder Probleme: Illegal auf den Wiesen parkende Autos, wildes Campen, Lagerfeuer und zurückgelassener Müll verursachten Schäden in der Natur.

Damit Tiere zukünftig weniger gestört und seltene Pflanzen nicht unbedacht zerstört werden, hat die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Landesanglerverband, dem Landkreis Märkisch-Oderland und dem Landesamt für Umwelt ein Informationsfaltblatt für das achtsame Angeln an der Oder herausgeben. Neben vielfältigen Informationen über geschützte Lebensräume, Amphibien, Fische und Vogelarten liefert die Publikation grundlegende Verhaltenshinweise. Eine große Karte auf der Rückseite des Faltblattes zeigt unter anderem die Zufahrtswege zum Odervorland.

„Angler haben ein großes Interesse daran, die Natur in Ihrer Ursprünglichkeit zu bewahren, schließlich macht hier an der Oder neben dem Fischreichtum vor allem die Schönheit der Landschaft den besonderen Reiz aus. Die vorliegenden Verhaltensregeln sollen dazu beitragen, dass wir alle auch künftig die Oder und ihre Auen genießen können. Hier stehen Angler, die sich ja in der Natur auskennen, gerne mit Rat und Tat zur Seite.“

Marcel Weichenhan, Öffentlichkeitsarbeit des Landesanglerverbandes Brandenburg

„Die Oder ist ein Paradies für Wasservögel. Wir wollen dazu einladen, beim Angeln einmal bewusst die Vielfalt der Vogelwelt wahrzunehmen. In dem Faltblatt werden dazu die wichtigsten Vogelarten mit einem Foto und einem kurzem Steckbrief vorgestellt.“

André Freiwald, Natura-2000-Manager NaturSchutzFonds Brandenburg:

Das Faltblatt ist kostenlos in den Gemeinden, Angelfachgeschäften und Tourismusinformationen in der Oderregion erhältlich sowie bei den örtlichen Anglerverbänden, dem Landesanglerverband und der Stiftung Naturschutzfonds. Digital kann es auf den Internetseiten des Landesanglerverbandes oder der Stiftung heruntergeladen werden.

Hintergrund

Als grenzüberschreitendes Netz von Schutzgebieten dient Natura 2000 dem Erhalt natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Tiere und Pflanzen in der Europäischen Union. In Brandenburg ist knapp ein Drittel der Landesfläche Teil dieses Netzes: Die stark gefährdete Rotbauchunke, die Kleingewässer zum Überleben braucht, ist hier zum Beispiel ebenso geschützt wie die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus, die in naturnahen Wäldern jagt und dort ihre Sommerquartiere findet. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg in diesen Schutzgebieten ist die enge Zusammenarbeit mit den Menschen, die dort leben und wirtschaften. Die Natura-2000-Teams der Stiftung unterstützen deren Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt, sie arbeiten mit zahlreichen Partner*innen zusammen und sind selbst aktiv, um die Pflanzen, Tiere und Lebensräume in den Gebieten zu bewahren.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 950 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Betrieben oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.

Pressemitteilung Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg vom 23. Mai 2022

© Foto: Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

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