Im Frühling erwacht das Leben in und an unseren Gewässern. Die Wassertemperaturen stiegen so langsam wieder an und die Fische beginnen ihre Aktivitäten hochzufahren und ihre Winter-Quartiere, die oftmals in den tieferen Gewässerregionen liegen, so langsam wieder zu verlassen. Dann suchen sie vor allem die flacheren Uferzonen auf, um hier nach verfügbarer Nahrung Ausschau zu halten. Die immer stärker werdende Sonne erwärmt das Wasser gerade im flachen Bereich sehr schnell und so kann sich hier das Phytoplankton (pflanzlich) sowie das Zooplankton (tierisch) auch schneller entwickeln als in den tieferen Gewässerregionen. Und auch die Wasserpflanzen kommen so langsam auf Betriebstemperatur und werden von vielen Friedfischen gerade in dieser jungen Entwicklungsphase als willkommene Nahrung gerne angenommen.
Ob auf Friedfisch oder Raubfisch, jetzt beginnt eine der spannendsten Jahreszeiten für Angler – erst recht nach dem diesjährigen Winter. Lange waren die Gewässer zugefroren und die Fische blieben uns verborgen. Das jetzt beginnende Frühjahr ist für etwa 70 Prozent unserer einheimischen Fische durch die Laichzeit geprägt. Wichtig für die Brütlinge ist das Zusammenfallen der Abläufe der Naturnahrungsproduktion und den Laichzeiten. Der Brut steht nur im Frühjahr ein massenhaftes Vorkommen von Naturnahrungsorganismen mit den von der Brut nötigen Größe beziehungsweise Kleinheit zur Verfügung. Die Fische haben das Ende der kalten Jahreszeit ebenso sehnsüchtig erwartet, wie die Angler. Die neue Ausgabe des „Märkischen Anglers“ beschäftigt sich deshalb mit dem Frühjahr an unseren Gewässern.
Im Dialog gestalten
Unter dieser Prämisse stellt sich der neue Hauptgeschäftsführer des Landesanglerverbandes Brandenburg e.V., Daniel Müller, im Editorial vor und bezieht auch gleich Stellung. Eine Vielzahl aktueller Themen – wie das Kormoranmanagement oder die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur („Nature Restoration Law“) – zeigen deutlich, wie wichtig es ist, unsere berechtigten Anliegen wirksam einzubringen. Nur wenn unsere Argumente dort Gehör finden, können praktikable und ausgewogene Regelungen entstehen, die Natur- und Artenschutz mit den Interessen der Fischerei in Einklang bringen.
Im Zuge des Bürokratieabbaus im Land Brandenburg hat unsere Landespolitik unsere Empfehlungen aufgegriffen und bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Das ist ein weiteres klares Zeichen für die Vorreiterrolle des Landes in Bezug auf die Angelfischerei – und unterstreicht den Anspruch Brandenburgs als „Anglerland“. Für unseren Verband stehen kurz-, mittel- und langfristig wichtige Veränderungen und Projekte an. Besonders der Süden unseres Bundeslandes – mit dem Ostsee sowie der Lausitzer Seenlandschaft – bietet dabei große Entwicklungschancen. Gleichzeitig dürfen wir die Zeichen der Zeit nicht ignorieren. Die Digitalisierung wird auch in unserem Bereich eine immer größere Rolle spielen.
Meerforellenangeln im Frühjahr
Wohl wenige Angelmethoden haben in letzter Zeit einen so großen Aufschwung genommen, wie das Angeln auf Meerforelle. Viele Angler haben damit einen neuen Zielfisch an der Ostsee entdeckt, sicherlich nicht nur unter dem Aspekt, dass der Dorsch zwangsweise beim Angeln nicht mehr maßgeblich ist. Das Wichtigste beim Angeln auf Meerforelle ist Geduld. Oft wird in den sozialen Medien der Eindruck erzeugt, die Meerforelle ist immer und überall verfügbar und wartet geradezu nur darauf, von dem Angler gefangen zu werden.
Es gibt aber Tage ohne Fisch, ohne Anfasser oder Nachläufer, die trotzdem vom Erlebnis her an der Küste unvergleichbar und unwiederholbar sind – einfach, weil das Wetter, die Natur und das Erlebnis, allein oder mit Freunden, unvergleichbar ist und auch so in dem Sinne nicht wiederholbar. Häufig kann man auch Meerforellen mit etwas Übung steigen oder rauben sehen. Das sind dann besondere Glücksfälle, da damit der Standort unseres Zielfisches klar ist.
Weitere Themen
Die „Märkischen Anglerkönige“ 2025 stehen fest. Wie im letzten Jahr wurden alle Fischarten gemeldet. Am knappsten war es beim Blei. Bei gleicher Länge von 63 Zentimetern machten nur 160 Gramm den Unterschied. Zum ersten Mal küren wir in diesem Jahr auch Brandenburgs „Junganglerkönige“. Es gab 15 Fangmeldungen von acht verschiedenen Fischarten. Ein besonderer Fang war dabei ein Karpfen von 89 Zentimetern und 15 Kilogramm, der auf eine interessante „Kiwi-Boilie und Marzipan-Popper“-Kombination gefangen wurde.
Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV), der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. sowie der DAV-Landesverband Berlin e.V. kommen natürlich in ihren Rubriken auch wieder zu Wort. Darüber hinaus gibt es weitere spannende Artikel über das Angeln im Verband sowie im Anglerland Brandenburg allgemein zu entdecken. Ein leckeres Fischrezept von Ralf Behnke und jede Menge toller Fangmeldungen dürfen natürlich auch nicht fehlen.
„Der Märkische Fischer“
Alles Wissenswerte aus der Fischereiforschung, von der Berufsfischerei und vom Forum Natur Brandenburg e.V. (FNB) erwartet Euch wie immer in unserer Beilage „Der Märkische Fischer“. Der Fischereireferent im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV), Heiko Harder, berichtet über den „Ausgleich für Schäden durch geschützte Arten“. Für Dr. Sabine Buder, Geschäftsführerin des FNB, darf „Artenschutz keine Einbahnstraße“ sein. Das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow informiert über die „Sicherung der Biodiversität durch nachhaltig bewirtschaftete Teichlandschaften in der Lausitz“ und Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin e.V., spricht sich für ein „Kormoranmanagement zur Sicherung einer nachhaltigen Fischerei“ aus.
Das und noch viel mehr findet Ihr in der neuen Ausgabe des „Märkischen Anglers“ und des „Märkischen Fischers“, die in diesen Tagen ausgeliefert wird. In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen und Blättern!
Hier sind die bisherigen Ausgaben des „Märkischen Anglers“ seit 2008 online abrufbar.

Titelbild: Stephan Höferer





